Olympia-Aus für Berlin+
Berlin zieht seine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele offiziell zurück. Damit steht das Konzept „Berlin+“ bei der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am 26. September in Baden-Baden nicht mehr zur Abstimmung.
„Es ist extrem enttäuschend, dass diese Reise nun nur wenige Tage vor dem finalen Entscheid in Baden-Baden bereits zu Ende gegangen ist. Mir ist bewusst, dass das Berliner Wahlergebnis vom Sonntag zu keinem anderen Schluss führen konnte“, erklärt der Leipziger Olympiasieger und Bundestagsabgeordnete Jens Lehmann.
„Das vorzeitige Olympia-Aus wird der Qualität und dem Engagement hinter Berlin+ in keiner Weise gerecht. Besonders bitter ist für mich, dass sich mit dem vorzeitigen Aus von Berlin+ aus meiner Sicht auch das Konzept mit der größten Strahlkraft und den besten Chancen im internationalen Vergleich aus dem Rennen verabschiedet“, so Lehmann.
„Olympische und Paralympische Spiele wären für Leipzig, Berlin und die anderen Partnerstädte eine Chance gewesen, zusätzliche Investitionen und Entwicklung anzustoßen. Investitionen in Sportstätten und Infrastruktur bleiben auch nach den Spielen bestehen und kommen dem Breiten- und Spitzensport langfristig zugute. Gerade für Leipzig hätte eine Bewerbung zudem die Möglichkeit eröffnet, zusätzliche Bundesmittel für Projekte zu mobilisieren, die auch unabhängig von Olympia einen langfristigen Nutzen für die Stadt, die Region und Sachsen haben, z.B. im ÖPNV oder Wohnungsbau.“
Sein Dank gilt allen Beteiligten, Mitstreitern und Unterstützern aus Berlin und Leipzig: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die Berlin+ in den vergangenen Monaten begleitet und unterstützt haben. Ganz besonders gilt mein Dank unserem Bürgerverein Gold for Leipzig. Die Unterstützung aus Leipzig hat gezeigt, wie engagiert sich unsere Region in die Vorbereitung eingebracht hat.“
Auch für Leipzig und Markkleeberg sieht Lehmann trotz des Rückzugs von Berlin+ weiterhin Perspektiven im Zusammenhang mit einer möglichen deutschen Olympiabewerbung. „Leipzig hat in der Vorbereitung einmal mehr gezeigt, was für eine Sportstadt wir sind. Unsere Sportinfrastruktur mit dem Kanupark in Markkleeberg, dem Stadion und der neuen Arena ist international erstklassig aufgestellt. Deshalb würde ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, dass Leipzig und Markkleeberg bei einer anderen deutschen Bewerbung eine Rolle spielen könnten.“
Am Samstag wird Lehmann trotz des Rückzugs von Berlin+ in Baden-Baden vor Ort sein. „Auch wenn Berlin+ am 26. September nicht mehr zur Abstimmung steht, werde ich als Mitglied des Deutschen Bundestages und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Sport und Ehrenamt natürlich vor Ort sein. Die Enttäuschung ist zunächst groß. Trotzdem werde ich ab Samstag für Team Deutschland antreten und das Konzept, das am Ende die meisten Stimmen erhält, im internationalen Wettbewerb tatkräftig unterstützen“, erklärt Lehmann.