Fragen an Jens Lehmann

Bevor Sie Ihre berufliche Laufbahn als Erzieher einschlugen und sich politisch im Stadtrat engagierten, waren Sie ein überaus erfolgreicher Radsportler, was war Ihr emotionalstes
Erlebnis im Sport?


Da gibt es mindestens zwei Erlebnisse: Im Jahr 1991 startete ich das erste Mal bei einer Welt-
meisterschaft im gesamtdeutschen Team. Schon allein die Atmosphäre, die WM fand in Stuttgart
statt, war überwältigend. Unser deutsch-deutsches Team (Andreas Walzer, Stefan Steinweg,
Michael Glöckner und ich) war nicht nur sportlich topp, sondern auch mental extrem stark.
Wir siegten in der 4000 m-Mannschaftsverfolgung in Weltrekordzeit.
Das zweite Ereignis war die Olympiabewerbung Leipzigs für das Jahr 2012. Als Leipziger Olympia-
sieger war ich im Team und man spürte in der gesamten Stadt, dass die Menschen hinter dieser
Bewerbung standen. Im Jahr 2003 gehörte ich zur Leipziger Delegation, welche nach München reisen durfte und dort live die Entscheidung unseres Nationalen Olympischen Komitees erlebte. Leipzig machte das Rennen und war damit DIE deutsche Bewerberstadt, das war Gänsehautfeeling pur.


Warum haben Sie sich nach Ihrer sportlichen Laufbahn für den Beruf des Erziehers entschieden?

   
Ich wollte gern mit Kindern arbeiten, aber definitiv nicht als Trainer und nicht im Leistungssport. Ich brauchte eine neue Herausforderung auf einer ganz anderen Ebene. Viele haben mir diesen Schritt weg vom Leistungssport nicht zugetraut, aber es war im Nachhinein das Beste, was ich machen konnte. Mir haben sich ganz neue Horizonte eröffnet, ich habe tagtäglich Spaß an meiner Arbeit und die positiven Rückmeldungen meiner Schüler, deren Eltern und meiner Kollegen bestätigen mich darin.


   Haben Sie Hobbies, welche Ihnen viel bedeuten? Wenn ja, welche?

   Natürlich ist der Sport nach wie vor eine meiner Leidenschaften. Jedoch haben sich hier die Prioritäten
   ganz deutlich vom Leistungssport zum Breitensport hin verschoben. Ich laufe sehr viel, das lässt sich
   vom 
Zeitaufwand her wesentlich leichter mit meinem Beruf sowie meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten
   in Sport und Politik verbinden, als beispielsweise Radfahren. Auf dem Rad sitze ich, wenn dafür
   wirklich einmal 
Zeit bleibt und das Wetter schön ist. Darüber hinaus bewege ich mich gern beim
   Wandern in der Natur, auch mal mit dem Kanu oder im Winter auf Langlaufskiern. Mein zweites
   Hobby ist das Werkeln in Haus 
und Garten. Oft kommt das zu kurz, aber hier lege ich gern Hand an
                                                                                             und kann mich dabei entspannen.

Wofür sind Sie dankbar?

Ich bin für mein gesamtes Leben dankbar. Angefangen von meinem Elternhaus, über die Zeit an der Sportschule, den Verlauf der Wende, meine leistungssportliche Karriere, meine Arbeit als Erzieher nach dem Sport, meine aktuelle Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter sowie natürlich für meine Familie. Auch wenn es hier und da Zeiten gab, welche nicht immer leicht waren, so hatte ich doch immer Unterstützung und Rückhalt von Familie, Freunden und Trainern und oft sogar das nötige Quäntchen Glück zur richtigen Zeit.


Wohin reisen Sie gern und welche Musik hören Sie gern?

Im Sommer zieht es mich immer wieder an die Ostsee … . 
Meine Lieblingsmusiker sind Udo
Lindenberg, Herbert Grönemeyer und ABBA.


Haben Sie ein Lieblingszitat?

„Man trifft sich immer zweimal im Leben.“, welches ich so verstehe, dass man jedem Menschen freundlich und mit Respekt begegnen sollte.

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